Orchideen

 

Kostbarkeiten und doch oft übersehen - Heimische Orchideen

 

Alle Orchideen meist sehr selten und streng geschützt!! Ein Pflücken, oder gar Ausgraben ist daher absolut verboten!

 

Orchideen wachsen nicht nur in tropischen Gefilden, sondern auch in unserer heimischen Natur. Manche sind groß und auffällig, andere wachsen massenhaft in ihren Biotopen und sind dann ein wunderbarer Anblick. Dies ist heutzutage jedoch leider selten geworden. Es gibt aber auch noch viele kleine und unscheinbare Arten die kaum jemand kennt.

 

Fast alle Arten sind im Prinzip mehr oder weniger stark vom Aussterben bedroht. Die meisten Arten werden durch eine zu intensive Nutzung ihrer Biotope (z.B. Intensive Land- und Forstwirtschaft, Überdüngung, Trockenlegung), aber auch durch eine Nutzungsauflassung (Verbuschung, Lichtmangel) gefährdet. Besonders Auffällige Arten wie z.B. der Frauenschuh werden darüber hinaus auch durch spezielle „Liebhaber“ direkt durch Ausgraben der Stöcke bedroht. Ein Ausgraben von Orchideen ist auch völlig sinnlos weil die Pflanzen das Ausgraben und umpflanzen in den heimischen Garten normalerweise nicht überleben.

 

Wir wollen hier nur einen kleinen Überblick über die verschiedenen Arten geben, die wir auch in unserer Fotogalerie zeigen. Die folgenden Beschreibungen sind daher nur knapp gehalten und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. (Wir haben die Informationen nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt, eventuelle Fehler bitten wir aber zu entschuldigen und sind jederzeit bereit diese zu berichtigen.)

 

 

Ausführliche Informationen zu  heimischen Orchideen finden Sie z.B.  beim Arbeits-Kreis-Heimische Orchideen (AHO) und auf der Website von  Uwe Grabner .

 

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Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum)

Die Bocks-Riemenzunge ist  mit ihrer bis zu 80 cm Höhe eine der größten und imposantesten der heimischen Orchideen. Sie ist eine eher wärmeliebende Art und wächst in klimatisch begünstigten Gebieten auf Kalkboden. Biotope sind mageren Wiesen, Halbtrockenrasen oder auch aufgelassene Weinberge. Interessant ist auch der Geruch der stark an einen Ziegenbock erinnert.

Die Bocks-Riemenzunge benötigt viel Energie für den Blütentrieb was meist zu einem Absterben des Rhizoms nach der Blüte führt. Diese Orchidee ist daher dringend darauf angewiesen sich mit ihren Samen vermehren zu können. Wird dies durch Abpflücken, oder Abfressen verhindert, so kann dies  zum Verschwinden der Art an ihrem Standort führen.

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Ragwurzen

Ragwurzen sind eine besonders interessante Orchideen-Gattung. Die meisten Arten dieser Gruppe verwenden einen besonderen Trick um ihre Bestäuber anzulocken. Diese Orchideen stellen ihren Bestäubern (für jede Art existieren ganz bestimmte Bestäuber-Arten) keinen Nektar zur Verfügung, sondern die meist bräunlichen Lippen der Pflanzen erscheinen dem männlichen Insekt wie ein paarungsbereites Weibchen. Die Orchidee nutzt diesen Irrtum um ihre Pollenpakete auf den Kopf des Insekts zu übertragen um auf diesem Wege die Bestäubung von Blüte zu Blüte zu gewährleisten.

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Hummel-Ragwurz  (Ophrys holoserica)

Die Hummelragwurz wird ca. 10 bis 30 cm hoch und ist in ihrer Blütenfärbung äußerst variabel. Während die  Farbe der  Blütenblätter von weiß bis rosa (selten grün) reicht, ist es besonders die Zeichnung der bräunlich-roten Lippe, die am variabelsten ist. Sie blüht in der Regel von Ende Mai bis Anfang Juni und wächst bevorzugt auf kalkreichen Trocken- oder Halbtrockenrasen.

Große Spinnen-Ragwurz (Ophrys sphegodes) 

Die Spinnenragwurz wird ca. 15 bis 40 cm hoch und ist besitzt eher grünliche Blütenblätter. Ihre Blütezeit ist sehr früh und beginnt bereits Mitte April.  Die Zeichnung der meist stark gehöckerten Lippe ist in der Regel H-förmig und der Lippenrand kann manchmal auch eine Gelbfärbung aufweisen. Die Spinnen-Ragwurz bevorzugt kalkreiche Böden und wächst meist auf Halbtrocken- und Magerrasen.

Kleine Spinnen-Ragwurz (Ophrys araneola) 

Die Kleine Spinnen-Ragwurz ist der großen Spinnen-Ragwurz sehr ähnlich und nur durch Kenntnis der genauen Bestimmungsmerkmale eindeutig zu unterscheiden. Die kleine Spinnenragwurz blüht ebenfalls sehr früh jedoch oft kurz vor O. sphegodes. Die Lippen-Zeichnung ist ebenfalls H-förmig, jedoch etwas variabler als bei ihrer großen Verwandten. Die rotbraune Lippe besitzt fast immer einen deutlich ausgeprägten gelben Rand und ist kaum gehöckert. Die kleine Spinnen-Ragwurz bevorzugt ebenfalls kalkreiche Böden und wächst meist auf Halbtrocken- und Magerrasen.

Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera)

Die Bienen-Ragwurz wird  ebenfalls 15 bis 40 cm hoch und ist die einzige Art der Gattung die sich auf Selbstbestäubung verlegt hat. Sie ist in unseren Breiten die späteste blühende Ragwurz und blüht meist von Anfang Juni bis Anfang Juli. Ihre Blütenfärbung reicht von rosa bis weiß und ihre Lippenzeichung ist ebenfalls recht variabel.  Die Bienen-Ragwurz benötigt ebenfalls Kalkboden und bevorzugt  Trocken- und Halbtrockenrasen.

Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)

Die Fliegenragwurz ist die Ragwurz mit den unauffälligsten Blüten. Sie wird 15 bis 40 cm hoch und besitzt grünliche Blüten. Ihre Blütezeit beginnt Ende April. Die Zeichnung der Lippe ist in der Regel ein bläulicher Fleck und nicht sehr variabel. Sie benötigt wie die anderen Arten Kalkboden und wächst gerne im Halbschatten in lichten Kieferwäldern und auf Trocken- oder Halbtrockenrasen.

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Frauenschuh (Cypripedium calceolus)

Der Frauenschuh ist eine der imposantesten und auch bekanntesten der heimischen Orchideen. Er blüht von Ende Mai bis Mitte Juni und erreicht eine Höhe bis zu 60 cm. Seine Blüten besitzen einen gelben “Schuh” und meist braune seitliche Blütenblätter. Er wächst bevorzugt Standorte mit höherer Luftfeuchtigkeit wie z.B. im Halbschatten lichter Kiefernwälder. Als besonders schöne und auffällige Art ist der Frauenschuh auch besonders durch illegales ausgraben oder pflücken bedroht.

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Knabenkräuter (Anacamptis, Dactylorhiza, Neottinea, Orchis)

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Wanzen-Knabenkraut (Anacamptis coriophora)

Das Wanzenknabenkraut ist eine sehr seltene Orchideenart in Deutschland und nur noch in Bayern und Baden-Württemberg verbreitet. Es wird ca. 10 bis 30 cm hoch, die Blüten sind klein und meist schmutzig rot bis grünlich gefärbt. Seinen Namen hat das Wanzenknabenkraut von seinem unangenehmen Geruch der Blüten, der stark an Blattwanzen erinnert. Es benötigt magere wechselfeuchte, bis mäßig feuchte Wiesen.

Fleischfarbenes-Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata)

Das Fleischfarbene Knabenkraut blüht von Ende Mai bis Ende Juni und wird ungefähr 20 bis zu 50 cm hoch. Ihre Blütenfärbung ist meist fleischfarben rosa, wobei auch dunklere oder sogar weiße Blüten vorkommen können. Das Fleischfarbene Knabenkraut benötigt kalkreiche magere, feuchte Biotope wie z.B. Flachmoore und Feucht- oder Nasswiesen.

Breitblättriges-Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)

Das Breiblättrige-Knabenkraut blüht von Anfang Mai bis Anfang Juni und kann an optimalen Standorten eine Höhe von 50 cm erreichen. Die Blüten sind in der Regel kräftig pink gefärbt und sind in Bezug auf die Lippenzeichnung recht variabel. Das Breitblättrige-Knabenkraut besitzt meist stark gefleckte und sehr breite Grundblätter. Es bevorzugt feuchte bis nasse Wiesen und wächst sowohl auf kalkhaltigen als auch neutralen Böden.  

Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)

Das Fuchs-Knabenkraut wird ca. 15 bis 50 cm hoch und wird oft als eine Unterart von D. maculata geführt. Von diesem ist es nur mit Kenntnis der genauen Bestimmungsmerkmale zu unterscheiden, z.B. ist seine Lippe tief dreilappig eingeschnitten, wobei die mittlere Spitze besonders lang ist. Es blüht von Mitte Mai bis Juli. Es wächst sehr verschieden, auf kalkhaltigen bis schwach sauren Böden auf Halbtrockenrasen, lichten Wäldern, frischen Wiesen oder auch Quellmooren.

Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina)

Das Holunder-Knabenkraut ist eine der frühest blühenden Arten der Gattung Dactylorhiza. Seine Blütezeit liegt zwischen Mitte April und Ende Mai. Eine Besonderheit dieser Art liegt in ihrer Färbung. Das Holunder-Knabenkraut kann sowohl gelb als auch rot blühen. Darüber hinaus duften die Blüten mit unterschiedlicher Intensität nach Holunder, woher auch der Name der Orchidee abgeleitet wurde. Anders als die meisten  anderen Orchideen meidet diese Art Kalkböden, und wächst bevorzugt auf mageren Wiesen.

Brand-Knabenkraut (Neottinea ustulata)

Das Brandknabenkraut ist eine kleine und zierliche Art von 10 bis zu 30 cm Höhe. Ihre Blütezeit erstreckt sich von Ende April bis Mitte Juni. Besonders auffällig ist seine Blütenfärbung, die Knospen sind dunkelrot gefärbt und verblassen im Aufblühen zu fast weiß. Dieses Merkmal gab dem Brandknabenkraut auch seinen Namen, weil der Blütenstand dadurch wie „angebrannt“ erscheint. Das Brandknabenkraut bevorzugt kalkreiche oder schwachsaure, mäßig trockenen Böden, wobei es auf extensive magere Wiesen oder Magerrasen angewiesen ist. 

Manns-Knabenkraut (Orchis mascula)

Das Manns-Knabenkraut wird ca. 20 bis 50 cm hoch und blüht von Mitte Mai bis Anfang Juni. Es blüht meist dunkel rosa, selten kommen aber auch helle oder weiße Blüten vor. Der Stängel ist im oberen Teil meist rötlich überlaufen. Die Grundblätter können sowohl ungefleckt, aber auch stark gefleckt sein. Das Manns-Knabenkraut benötigt kalkreiche bis schwach saure Böden und wächst auf eher schattigen mageren Wiesen oder in lichten Wäldern.

Helm-Knabenkraut (Orchis militaris)

Das Helm-Knabenkraut besitzt eine charakteristische Blütenform und –färbung. Die oberen Blütenblätter bilden eine Art Helm, wovon sich auch der Name ableiten lässt. Dieser Helm ist in der Regel sehr hell, die Lippen hingegen meist dunkel rosa gefärbt. Es können aber auch ganz helle, bzw. ganz weiße Blüten vorkommen. Das Helm-Knabenkraut erreicht eine Höhe von 25 bis 50 cm Höhe und seine Blütezeit reicht von Ende April bis Anfang Juni. Es benötigt kalkreiche Böden und wächst bevorzugt auf mageren Trockenrasen oder Wachholderheiden.

Kleines-Knabenkraut (Orchis morio)

Das Kleine-Knabenkraut wird ca. 10 bis 30 cm hoch und blüht recht früh von Anfang April bis Ende Mai. Es besitzt eine charakteristische Blütenzeichnung, die oberen Blütenblätter sind immer mehr oder weniger stark gestreift, was eine eindeutige Bestimmung erleichtert. Seine Blütenfärbung ist recht variabel und reicht von dunkel oder hellem rosa bis zu rein weißen oder auch zweifarbigen Varietäten. Es benötigt meist kalkreiche Böden in voller Sonne und bevorzugt magere Trocken- oder Halbtrockenrasen, wächst aber auch auf feuchteren Biotopen.

Blasses-Knabenkraut (Orchis pallens)

Das Blasse-Knabenkraut ist eine der seltenen gelb blühenden Knabenkraut-Arten. Es blüht sehr früh bereits ab Ende April bis Ende Mai und erreicht eine Höhe von 15 bis 30 cm. Es wächst bevorzugt in lichten Wäldern, Waldrändern oder Bergwiesen auf kalkreichen Böden.

Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea)

Das Purpur-Knabenkraut ist mit seinen bis zu 80 cm Höhe eine der größten Arten der heimischen Orchideen. Seine Blütenfärbung ist nahezu unverwechselbar. Es ähnelt nur stark dem Brandknabenkraut, das jedoch um ein vielfaches kleiner und zierlicher wächst. Bei gleichzeitigem Vorkommen mit dem Helm-Knabenkraut bilden sich sehr oft Hybriden, bei denen sich die Merkmale beider Eltern vermischen und in ihrer Ausprägung stark variieren können. Das Purpur-Knabenkraut blüht von Anfang Mai bis Anfang Juni und benötigt, kalkreiche, magere Böden. Es bevorzugt schattige Stellen auf Halbtrockenrasen, oder lichte Wälder.

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Kriechendes-Netzblatt (Goodyera repens)

Das Kriechende-Netzblatt ist eine eher unscheinbare Art von 5 bis 20 cm Höhe. Sie blüht weiß an behaarten Blütenstielen. Ihre Blätter sind klein und besitzen eine netzartige Zeichnung, von der sich auch der Name ableitet. Sie blüht im Juli und wächst auf kalkhaltigen Böden in lichten Wäldern (meist unter Kiefern), bevorzugt auf moosigen, vegetationsarmen Stellen.

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Waldhyazinthe (Platanthera)

Weiße-Waldhyazinthe (Platanthera bifolia)

Die Weiße, oder Zweiblättrige-Waldhyazinthe wird ca. 15 bis 30 cm hoch. Ihre Blüte ist weiß-grünlich und von der grünlichen Waldhyazinthe nur bei genauer Kenntnis der Bestimmungsmerkmale zu unterscheiden. So sind die Staubbeutelfächer bei der Weißen-Waldhyazinthe parallel und eng zueinander stehend und die Pflanze ist meist auch etwas kleiner und zierlicher als die Grünliche-Waldhyazinthe. Sie ist sehr anpassungsfähig und noch recht häufig. Sie wächst auf verschiedenen Biotopen wie z.B. Laub-, Misch- und Kiefernwälder, aber auch auf halbschattigen bis sonnigen Halbtrockenrasen.

Grünliche-Waldhyazinthe (Platanthera chlorantha)

Die Grünliche-Waldhyazinthe wird ca. 20 bis 60 cm hoch und ist der Weißen-Waldhyazinthe sehr ähnlich und nur bei genauer Kenntnis der Bestimmungsmerkmale eindeutig zu unterscheiden. Ihre Blütenfarbe ist ebenso weiß-grünlich jedoch wirkt die insgesamt Pflanze etwas größer und stattlicher. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die trapezförmig zueinander stehenden Staubbeutelfächer. Ihre Blütezeit erstreckt sich von Mitte Mai bis Mitte Juni. Sie wächst bevorzugt auf kalkhaltigen Böden auf schattigen Waldwiesen oder lichten Wäldern.

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Waldvögelein (Cephalanthera)

Weißes-Waldvögelein (Cephalanthera damasonium)

Das Weiße-Waldvögelein blüht von Ende Mai bis Ende Juni und wird ca. 20 bis 40 cm hoch. Ihre Blüten sind creme-weiß und bleiben oft geschlossen, bzw. öffnen sich nur bei sehr warmer Witterung. Es wächst auf kalkreichen Böden in schattigen Laub- und Nadelwäldern, bevorzugt jedoch in Buchenwäldern.

Rotes-Waldvögelein (Cephalanthera rubra)

Das Rote-Waldvögelein ist eine der schönsten und auffälligsten unserer heimischen Orchideen und daher auch besonders durch illegales ausgraben oder pflücken bedroht. Es blüht von Mitte Juni bis Mitte Juli und es wird etwa 20 bis 60 cm groß. Es besitzt rosa Blüten die bis zu 4 cm groß sein können. Es wächst bevorzugt auf kalkreichen Böden in lichten Wäldern.

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Herbst-Drehwurz (Spiranthes spirales)

Die Herbst-Drehwurz ist die spätest blühende unserer heimischen Orchideen und blüht erst ab ca. Mitte August. Auffällig ist der gedrehte Blütenstand, wobei die Einzelblüten, ähnlich einer Wendeltreppe, sich mehr oder weniger stark um den Stängel drehen. Sie wird nur ca. 10 bis 20 cm hoch und wächst auf kalkreichen bis schwach sauren Böden. Sie bevorzugt etwas feuchtere Böden auf kurzrasigen Magerasen.

 

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Händelwurz (Gymnadenia)

Es existieren verschiedenen Händelwurz-Arten, die sich jedoch sehr ähneln und nur anhand ihrer Blütezeit und genauer Kenntnis der  Bestimmungsmerkmale unterscheiden lassen.

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Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)

Die Mücken-Händelwurz ist die häufigste Gymnadenien-Art und blüht von Mitte Mai bis Anfang Juli. Die Blüten sind meist rosa gefärbt klein und bilden einen dichten Blütenstand. Die Mücken-Händelwurz wird ca. 20 bis 60cm hoch sie ist recht anspruchslos und besiedelt sowohl Magerrasen als auch Flachmoore auf kalkreichen bis schwach sauren Böden.

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Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis)

Die Vogel-Nestwurz ist unverwechselbar, blass braun-beige gefärbt. Sie wird bis zu 15 bis 40 cm hoch und besitzt keine grünen Blätter. Ihren Namen hat sie von dem unterirdischen Rhizom was einem Vogelnest ähneln soll. Die Nestwurz lebt von der Verrottung organischer Stoffe, wobei sie die Nährstoffe mit Hilfe von Bodenpilzen (Symbiose) aufnimmt. Durch diese Symbiose mit dem Pilz kann sie auf die Photosynthese und damit das Blattgrün verzichten. Ihre Blütezeit reicht von Mitte Mai bis Mitte Juni. Sie wächst bevorzugt auf kalkhaltigen Böden in Buchen- Fichten und grasigen Kiefernwäldern.

Großes-Zweiblatt (Neottia ovata)

Das Große-Zweiblatt wird bis zu 60 cm hoch und ist relativ unauffällig grün gefärbt. Ihren Namen hat das Zweiblatt von ihren beiden markanten Laubblättern. Das Große-Zweiblatt ist eine relativ häufige Art und sehr anpassungsfähig. Sie wächst sowohl auf kalkreichen, wie auch auf kalkfreien Böden und verträgt sogar einen gewissen Anteil an Stickstoff (Dünger) im Boden. Sie bevorzugt halbschattige, wechselfeuchte Standorte. 

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Ständelwurz (Epipactis)

Breitblättrige-Ständelwurz (Epipactis helleborine)

Die Breitblättrige-Ständelwurz ist wie fast alle Ständelwurz-Arten schwer eindeutig zu bestimmen. Eine genaue Bestimmung der unterschiedlichen Arten erfordert eine sehr detaillierte Kenntnis der genauen Bestimmungsmerkmale. Ihr Erscheinungsbild kann sehr variabel sein, so kann sie zwischen 15 bis 90 cm hoch werden. Ihre Blütenfärbung und reicht von grünlich über bräunlich bis hin zu rosa und ihre Blütezeit erstreckt sich ca. Anfang Juli bis Mitte August. Die Breitblättrige-Ständelwurz ist eine unserer häufigsten Orchideen und bevorzugt nicht zu dunkle Nadel und Laubwälder. Auch Waldwiesen und Waldwegränder werden besiedelt.

Braunrote-Ständelwurz (Epipactis atrorubens)

Die Braunrote-Ständelwurz wird ca. 20 bis 70 cm hoch und ist eine der wenigen unverwechselbaren Epipacits-Arten. Ihre Blüte ist violett bis dunkel-braun-rot und duftet auffallend nach Vanille. Ihre Blütezeit erstreckt sich von Mitte Juni bis Mitte Juli. Sie bevorzugt kalkreiche trockene Böden in lichten Wäldern oder auch schattigere Bereiche auf Trockenrasen.

Sumpf-Ständelwurz (Epipactis palustris)

Die Sumpf-Ständelwurz wird ca. 20 bis 60 cm hoch und besiedelt bevorzugt kalkreiche Feuchtwiesen oder Flachmoore. Ihre Blüten sind meist weiß-grünlich und sie blüht von Ende Juni bis Ende Juli. Die Sumpf-Ständelwurz ist darüber hinaus eine der wenigen Epipactis-Arten die leicht zu bestimmen ist.

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